Dienstag, 9. April 2013

Rezension - "Das Buch des Kurfürsten"

 
 
  • Broschiert: 437 Seiten
  • Verlag: Dryas; Auflage: 1 (September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940855359
  • ISBN-13: 978-3940855350
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12 x 3 cm

Inhalt (Klappentext):
Heidelberg, November 1595.
Hedwig und Philipp Eichhorn leben mit ihrem Kind in der Residenzstadt. Sie arbeitet als Magd, er als Knecht in der kurfürstlichen Kanzlei. Ihr junges Glück wird brutal zerstört, als man Hedwig und das Kind entführt. Die Entführer erpressen Philipp, er soll ein Buch, das den Besitz der kurfürstlichen Gefolgsleute auflistet, aus der Kanzlei stehlen. Hedwig, die in einer Hütte außerhalb Heidelbergs festgehalten wird, fürchtet um ihr Leben und das ihrer Tochter. Aber auch Philipp ist in Gefahr. Immer enger zieht sich das Netz der Verschwörer um die Eheleute. Doch ihr Mut und ihre Liebe lässt sie nicht im Stich.

Meine Meinung:
Ich lese unheimlich gern historische Bücher, allerdings ähneln sich viele und manchmal ist der Schreibstil auch etwas hölzern oder die Story einfach wenig glaubhaft.
Hier war ich von Anfang an begeistert, es ist unheimlich spannend geschrieben und flüssig zu lesen, ich konnte es teilweise gar nicht mehr weglegen.
Durch die wunderbaren Beschreibungen ist man richtig mittendrin und hat das Gefühl Heidelberg im Jahr 1595 zu erleben, was durch die passende Grammatik noch verstärkt wird.
Es geht um ein junges Ehepaar Phillip und Hedwig und deren kleine Tochter Juli die an einem kalten Martinitag jäh auseinander gerissen werden. Hedwig und das Kind werden entführt, der Grund ist die Arbeitsstelle ihres Mannes.
Hedwig kann nach einiger Zeit mit dem reisenden, walisischen Händler Ryss, der den Aufpasser durch eine List betäubt, fliehen. Dann beginnt das Abenteuer erst, es ist kalt, sie haben nichts zu essen und noch dazu einen Säugling dabei. Sie machen sich auf eine ungewisse Reise Richtung Heidelberg und suchen Gerechtigkeit. Währenddessen kämpft Phillip mit ganz anderen Problemen....
Die einzelnen Figuren sind äußerst glaubhaft und je nach Rolle mehr oder weniger sympathisch oder unsympathisch. Es faszinierte mich zu erfahren, wie nach und nach, trotz der anfangs unfreiwilligen Zusammenarbeit, die Verbundenheit zwischen Ryss und Hedwig wächst, sich fast so etwas wie Freundschaft in der kurzen Zeit zwischen dem verschlossenen Reisenden und der jungen Mutter entwickelt. Man spürt auch die Angst, Not und Zerissenheit Phillips, der einfach nur alles richtig machen möchte, zugleich aber Frau und Kind schützen will und letztlich irgendwie alles noch schlimmer macht, indem er sein eigenes Leben risikiert.
Es macht sich Nervosität breit als sich Ryss und Hedwig auf den Weg zurück nach Heidelberg machen und immer wieder kurz davor stehen entdeckt zu werden, nicht wissend ob und wem sie sich anvertrauen können.
Eine sehr fesselnde Geschichte die deutlich zeigt wie stark der Adel in der damaligen Zeit von sich überzeugt war und zu den grausamsten Taten fähig war um "ihr Recht" durchzusetzen. Es war eine schwierige Zeit damals für das Rittertum und die Adeligen, die sich hier bereits auf dem absteigenden Ast befinden, viele waren bereits verarmt und konnten nur noch durch die Ausbeutung der Bauern überleben, trotzdem fühlten sich sie immer noch über den Rest der Bevölkerung erhaben.

Ich kann dieses Buch absolut weiter empfehlen, jeder der gern historische Romane liest wird hier nicht enttäuscht werden!!

Das kostenlose Leseexemplar wurde mir vom Dryas Verlag, sowie von Blogg dein Buch zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür.

Das Buch kann hier käuflich erworben werden.

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