Donnerstag, 10. Januar 2013

Rezension - Ich will schlafen

Ich hab jetzt schon länger keine Rezension mehr geschrieben aber zu diesem Buch muss ich doch unbedingt einiges los werden.


Worum geht`s?: 
Eine Frau Ende 20 wird ungewollt schwanger, den Vater setzt sie aus verschiedenen Gründen davon nicht in Kenntnis und nimmt sich vor alles allein zu meistern. Anfangs euphorisch erwartet sie freudig die Geburt ihres kleinen Schatzes, den sie liebevoll "Bohne" nennt. Doch schon die Geburt verläuft nicht ganz so harmonisch wie sie es sich vorstellt und letztlich macht sie eine äußerst schlimme Phase durch als ihr Sohn kaum schläft und viel schreit und sie an ihre Grenzen bringt.


Meine Meinung:
Ich hatte mich damals bei Blogg-dein-Buch für dieses Buch auch beworben, bin aber nicht genommen worden, daher hab ich das Buch bei einer anderen Bloggerin gekauft. Ich wollte es unbedingt lesen und zwar aus eigenen, ganz persönlichen Erfahrungen heraus. Meine kleine Maus war auch eine ganz schlechte Schläferin und hat viel geweint und wenig geschlafen. Genau wie es die Protagonistin in dem Buch beschreibt war ich teilweise am Ende meiner Kräfte und hätte nie gedacht, dass die ersten Monate nach einer Geburt einem soviel abverlangen können.
Allerdings hat es bei mir bei Weitem nicht diese doch sehr heftigen Reaktionen wie Wahnvorstellungen usw. gegeben. Ich verstehe in dem Zusammenhang einiges nicht, das fängt an dabei, dass sie sich strikt weigert die Flasche zu geben, obwohl der kleine Knirps offensichtlich nicht satt wird, mit Zusätzen, dass Kunstmilch Gift sei, geht dann weiter über die Weigerung um Hilfe zu bitten bzw. diese anzunehmen und dann kommt auch noch, dass einige Mal erwähnt wird, dass sie selbst als Kind mit Medikamenten ruhig gestellt wurde und das letztlich dann auch bei ihrem Sohn macht.
Was ebenfalls bei mir zu einem Kopfschütteln geführt hat, ist dass sie immer wieder diese heftigen Fluchtgedanken hatte, ohne sich darum zu kümmern wie es ihrem Sohn geht, verschwindet sie manchmal einfach und fühlt sich dann frei.
Ja das Buch ist knallhart und wohl auch teils realistisch geschrieben, in manchen Passagen konnte ich mich durchaus wieder finden aber man muss eben auch wissen wie weit man gehen kann. Es mag hinzukommen, dass die Hauptfigur schon früh ihre Mutter verloren hatte und seither wohl alles alleine regeln wollte, der Punkt dann aber zu merken, dass es nicht klappt wurde hier weit überschritten.
Es entsetzt mich, dass vielleicht jemand dieses Buch liest und dann hinterher meint es sei normal, das man seinem Kind Medikamente gibt damit es schläft. Ich hatte keine postnatale Depression und kann vielleicht nicht ganz nachvollziehen wie sich Frauen mit einer solchen fühlen, dennoch hat mich manches sehr traurig gemacht.

Letztlich ist das Buch lesenswert und interessant geschrieben, über einige Passagen kann ich aber nur den Kopf schütteln und hoffe, dass es bei einigen Lesern nicht falsch ankommt. Ein Buch das sicher in vielen Dingen polarisiert.

Das Buch ist im Kiepenheuer und Witsch Verlag erschienen und kann unter anderem bei Amazon erworben werden.

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